Berndt Walz (SOGEDES) und Nico Eisenreich (ja-dialog) im Schlagabtausch zum Begriff „KI-Low-Road". Pragmatische Lösung — oder reines Bullshit-Bingo?
Berndt: Was meinst du eigentlich mit deiner Wortschöpfung KI-Low-Road?
Nico: Die KI-Low-Road ist der Low-Hanging-Fruits-Ansatz in KI. Geile Aneinanderreihung von Buzzwords, oder? Bullshit-Bingo total.
Berndt: Wenn du möchtest, dass sich der Begriff durchsetzt, musst du ihn ein bisschen besser erklären.
Nico: Die KI-Low-Road bedeutet: einfach loslaufen, Lösungen pilotieren, die man unmittelbar in einzelnen Prozessschritten einsetzen kann, weil sie gut vorkonfiguriert sind und keine großen Customizing-Aufwände erzeugen. Das hat nichts mit End-to-End-Logik zu tun; da steckt viel mehr Potential drin, als viele denken. Die Klassiker im Kundenservice sind Authentifizierung, Gesprächszusammenfassung, Ticketvorqualifizierung, Korrektur und Umformulierungen und Extraktion von Daten.
Berndt: Deine KI-Low-Road ist also der IKEA-Baukasten in KI. Jeder macht sich sein Billy-Regal und nennt es Innovation?
Nico: Das Ergebnis zählt.
Erstveröffentlichung: ja-dialog.de